No-one has ever become poor by giving

- Anne Frank

Hund auf's Herz - BLOG

02/02/2022

…und dann kam Eiko

Wir hatten bisher immer mehrere Hunde. Doch nun war Juno alleine, nachdem wir vor 9 Monaten unsere geliebte Jay an den Krebs verloren hatten. Eigentlich war unser Leben im Moment gemütlich und geordnet. Es hat durchaus auch seine schönen Seiten, nur mit einem Hund unterwegs zu sein. Für Juno war es auch absolut ok, die Mitte des Universums für uns zu sein. Wir wollten also im Moment keinen zweiten Hund. Und wenn, dann dieses Mal nicht wieder einen aus dem Tierschutz. Ein Welpe wäre doch auch mal schön…

…und dann kam Eiko. 

Es gibt sie, diese magischen Momente. Du blickst in Hundeaugen und sie sehen dir direkt in dein Herz. Und dort, ganz tief in deinem Herzen, hinterlassen sie einen Pfotenabdruck. Und von diesem Moment an musst du immer und immer wieder an dieses Hundewesen denken, dass irgendwie schon einen fixen Platz in deinem Leben eingenommen hat.

Also sind wir zur Pflegestelle von Eiko gefahren und haben uns den tapferen Buben angeschaut. Mehrmals, alle zwei Tage sind wir hingefahren und haben mit ihm Zeit verbracht. Gleichzeitig haben zu Hause die Umbauarbeiten im Garten begonnen. Da man Eiko nicht anfassen kann, mussten wir unseren Garten absolut ausbruchssicher machen. 

Wir haben Eiko also zu uns geholt. Es ist traurig einen Hund so zu sehen. Er ist gefangen in seiner Angst. Er weicht jedem Blick und jeder Bewegung aus. Er beobachtet alles aus der Ferne. Wir beschliessen ihn komplett zu ignorieren. Die ersten Tage kann er nichts Fressen. Er steht vor dem gefüllten Napf, ist aber wie gelähmt. Erst nach 4 Tagen beginnt er zu Fressen und inzwischen frisst er mit Freude und macht sich auch über Kauartikel her, die er am Anfang auch komplett ignoriert hat. 

Er orientiert sich sehr an unserer Hündin Juno. Wenn wir sie in den Garten lassen, geht er mit. Wir haben zum Glück im Moment eine stabile Schönwetterphase, so dass wir viel Zeit mit den Hunden im Garten verbringen können. Spazieren gehen ist mit Eiko im Moment noch undenkbar.

Inzwischen ist Eiko knapp zwei Wochen bei uns. Er ist etwas sicherer geworden. Wir können nun meist an ihm vorbei gehen, ohne dass er jedesmal aufsteht und weg geht. Wir ignorieren ihn immer noch weitgehend. Wir lassen ihm Raum und bedrängen ihn nicht.

Wir fangen nun langsam an, ihn an die Leine zu gewöhnen. Das Anlegen der Leine braucht sehr viel Geduld und Zeit und ist für ihn jedes Mal mit Stress verbunden. Es klappt von Tag zu Tag etwas besser. Wir sind am Anfang nur bis ans Ende unseres Grundstücks gegangen und wieder zurück. Er hat sich alle paar Meter hingelegt und wir haben ihm Zeit gelassen, bis er wieder den Mut gefunden hat einige Schritte weiter zu gehen. Wir haben uns jedes Mal ein klein wenig weiter vorgewagt, so dass wir nach drei Tagen zum ersten Mal ca. 30 Minuten im Wald waren, der direkt an unser Grundstück grenzt. Er ist interessiert und hat sich das erste Mal draussen unterwegs versäubert. Auch hier ist uns unsere Hündin Juno eine grosse Hilfe. Wenn sie freudig und selbstsicher weiter geht, geht er mit. 

Wir üben täglich weiter. Wir haben noch einen ganz langen Weg vor uns und wir hoffen, dass er langsam das Vertrauen zu uns aufbauen kann. Dann können wir seinen grossen Rucksack Stück für Stück auspacken und die Aufgaben zusammen meistern. 

Eiko - schön, dass du da bist.

Admin - 06:12:23 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen

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